Erdwärme: Zukunftsorientiertes Heizsystem
Erdwärme, oder auch Geothermie genannt, bietet eine günstige Alternative zu steigenden Öl und Erdgaspreisen.
Was bedeutet eigentlich Erdwärme?
Erdwärme ist die im oberen Teil der Erde gespeicherte Energie. Sie wird mit Hilfe von Erdkollektoren, Erdwärmesonden, Grundwasserbohrungen oder auch Erdberührten Betonbauteilen (Energiepfählen) gewonnen. Somit kann sie direkt zum Heizen und/oder Kühlen, zur Warmwasseraufbereitung, oder auch zur Erzeugung von Elektrischem Strom verwendet werden. Zur grafischen Darstellung eine sehr gelungende Videoanimation des Videoportals Youtube.
Vorteile klar auf der Hand
Erdwärme ist überall und unbegrenzt verfügbar. Unabhängig von Witterrung und Tageszeit, steht kostenlos zur Verfügung und ist Wartungsarm. Somit entfällt auch der immer wiederkehrende Kundendienst. Erdwärmesonden haben nach aktuellen Berechnungen eine Lebensdauer von über 100 Jahren. Geothermische Anlagen können auch nachträglich gegen alte Heizungsanlagen getauscht werden. Die erforderliche Standfläche umfasst dabei kaum mehr als eine Waschmaschine und steht somit zum keinem Verhältniss eines Tankraums. Ein weiterer wichtiger Aspekt für den Bauherrn ist die deutliche Wertsteigerung der Immobilie die mit Erdwärme betrieben wird.
Hohe Investitionskosten,geringe Betriebskosten
Die Investitionskosten für Wärmepumpe und Warmwasserspeicher liegen bei etwa 10.000€. Diese liegen um einiges höher als bei einem Gas- oder Ölbrennwertkessel,die etwa zwischen 3400€ und 6800€ liegen. Hinzu kommen Kosten für Erdwärmesonden oder Kollektoren. Die Gesamtkosten belaufen sich somit zwichen 16.000€ und 20.000€. Jedoch lassen sich mit einem gut funktionierendem System gut 50% der jährlichen Energiekosten sparen. Das rechnet sich auf Dauer. Diese Summen schrecken zunächst einmal ab. Doch werden diese Systeme äußsert Attraktiv von Staat und Banken gefördert.
Staatliche Förderung
Erdwärme-Heizungen werden vom Staat mit der höchsten staatlichen Zulage gefördert. Zusätzlich zu den Förderungsmaßnahmen des Bundes können auch Fördermittel des Landes in Anspruch genommen werden. Im Dezember 2007 wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eine Richtlinie für die Förderung von Erdwärmeanlagen verabschiedet. Diese erhöht die Förderung und Rentabilität von Erdwärmeheizungen nochmals erheblich. Förderungsfähig sind Wärmepumpen,Luft und Wasserwärmepumpen, die eine Warmwasseraufbereitung und eine Bereitstellung des Heizwärmebedarfs eines Gebäude gewährleisten. Die Förderungen übernehmen aber keine Kosten für die Bohrungen und des Findigkeitsrisikos. Die Höhe der Staatlichen Förderung hängt sehr stark von der Effizienz der Wärmepumpe ab.Weshalb der Einbau einer Wärmepumpe nur von einem spezialisierten Unternehmen durchgeführt werden sollte. Im schlimmsten Fall kann die Förderung sogar abgelehnt werden.
Die möglichen Förderungen im Überblick:
Neubau
- Wohngebäude 10€ pro beheiztem m², höchstens 2.000€ pro Wohneinheit.
- Nicht Wohngebäude 10€ pro beheiztem m² Nutzfläche.
- Bei Wohngebäuden mit mehr als 2 Wohneinheiten und nicht Wohngebäuden ist die Förderung auf 10% der nachgewiesenden Nettoinvestitionskosten begrenzt.
Altbau (Ausnahme Luft und Wasserwärmepumpen):
- Wohngebäude 20€ pro beheiztem m², höchstens 3.000€ pro Wohneinheit.
- Nicht Wohngebäude 20€ pro beheiztem m² Nutzfläche, höchstens 3.000 €.
- Bei Wohngebäuden mit mehr als 2 Wohneinheiten und Nichtwohngebäuden ist die Förderung auf 15% der nachgewiesenden Nettoinvestitionskosten begrenzt.
Luft und Wasserwärmepumpen bei Neubauten:
- Wohngebäude 5€ pro m², höchstens 850€ pro Wohneinheit.
- Nicht Wohngebäude 5€ pro beheiztem m² Nutzfläche
- Bei Wohngebäuden mit mehr als 2 Wohneinheiten und Nichtwohngebäuden ist die Förderung auf 8% der nachgewiesenden Nettoinvestitionskosten begrenzt.
Luft und Wasserwärmpumpen bei Altbauten:
- Wohngebäude 10€ pro m², höchstens 1500€ pro Wohneinheit.
- Nicht Wohngebäude 10€ pro beheiztem m² Nutzfläche
- Bei Wohngebäuden mit mehr als 2 Wohneinheiten und Nichtwohngebäuden ist die Förderung auf 10% der nachgewiesenden Nettoinvestitionskosten begrenzt.
Weitere Fördermöglichkeiten gibt es von dem Kfw-Bankengruppe ( Programm erneuerbarer Energien). So können etwa bei Neubauten im Rahmen der Erneurbaren Energien die vollen 100% der Investitionskosten,maximal 50.000 Euro, durch zinsgünstige Kredite finanziert werden!
Der Oben aufgeführte Überblick stellt nur eine kleine Übersicht dar. Bei weiteren Interesse sollten Sie sich über folgende Seiten weiterführende Informationen einholen.
Förderrichtlinie:
http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/foerderrichtlinie_waerme.pdf
Antragsstellung:
http://www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/waermepumpen/index.html
Die Antragstellung ist beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einzureichen. Jedoch spätestens 6 Monate nach Fertigstellung der Anlage. Nachweise über die Betriebsbereitschaft der Anlage, Kostennachweis über Rechnungen und eine Fachunternehmererklärung vom Heizungsbauer sollten vorliegen.
Wie bei jeder Förderung sollte man mit den Vorhaben und dem Antrag einer Wärmepumpeanlage nicht zu Lange warten. Die Förderungsmittel könnten schnell vergriffen sein!